Neues Ausbildungsjahr – Neue Auszubildende – Sicheres Arbeiten für Azubis

Ein neues Ausbildungsjahr hat begonnen und in vielen Unternehmen und Betrieben sind neue Mitarbeiter zur Ausbildung eingestellt worden. Durch neue und unerfahrene Mitarbeiter und Azubis steigt das Unfallrisiko, besonders für die Berufsanfänger. Das Risiko, dass die Berufsanfänger verunfallen ist nicht verwunderlich, da sie sich neu orientieren müssen und ein neues Umfeld mit für sie unbekannten Gefährdungen erst kennen lernen müssen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund hat festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit für 18- bis 24-jährige am Arbeitsplatz einen Unfall zu erleiden um 50 Prozent über der Wahrscheinlichkeit von anderen Altersgruppen liegt.

Die Ursachen für die Unfallwahrscheinlichkeit sind verschieden. Es kann an der fehlenden Erfahrung der jungen Arbeitnehmer liegen, an physischer und psychischer Reife und mangelnder Sensibilität für die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Gesundheitsschutz. Man kann auch sagen, sie sehen Gefahren oft nicht und halten den Arbeitsschutz für uncool und unwichtig.

Als Arbeitgeber, Führungskraft und Ausbilder müssen sie daher besonders auf Azubis achten und sie bereits frühzeitig für mögliche Gefahren sensibilisieren und bei Aufgaben, die sie noch nicht bearbeitet haben, einen erfahrenen Mitarbeiter zur Seite stellen.

Wenn Sie in Ihrem Betrieb konsequent den Arbeitsschutz umsetzen, können Sie davon ausgehen, dass Ihre Azubis das sichere Arbeiten schnell und dauerhaft verinnerlichen und auch selber auf sich und andere achten.

Wie können Sie das erreichen?
– Grundsätzlich müssen alle Arbeitnehmer über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz unterwiesen werden, VOR Arbeitsaufnahme
– Es ist eine ausreichende Aufsicht während der Arbeit durch einen fachkundigen Erwachsenen sicherzustellen

Sie sollten Ihre Azubis über die Besonderheiten in Ihrem Betrieb unterweisen. Dazu zählt der richtige Einsatz von Persönlicher Schutzausrüstung, was im Notfall zu tun ist, Meldung aller Unfälle, Ratschläge und Anweisungen Folge leisten, bei Probleme und Fragen erfahrene Mitarbeiter zur Seite stellen.

Daneben gehören Berufsanfänger zu der Berufsgruppe, die am stärksten von Mobbing bedroht ist. Daher sollten Sie als Ausbilder auch hier die Azubis in die betriebliche Organisation einbinden und regelmäßig auf das psychische Problem von Mobbing aufmerksam machen.

Das Ziel ist es, die Jugendlichen vor Gefährdungen und Gesundheitsschäden zu schützen.

www.arbeitsschutz-westfalen.de

http://arbeitsschutz-muensterland.de

Wichtige Änderung für Kleinunternehmer im Arbeitsschutzgesetz

Am 26.06.2013 hat der Bundestag den Gesetzentwurf mit den Änderungen im Arbeitsschutzgesetz beschlossen. Endgültig verabschiedet werden soll er am 20.09.2013. Eine Zustimmung vom Bundestag ist nicht notwendig.

Dabei sind Änderung des Arbeitsschutzgesetzes vorgenommen worden. Besonders Kleinunternehmer mit bis zu 10 Mitarbeitern trifft eine der Änderungen. So sind zur Zeit bei Betrieben dieser Größe Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, aber nicht zu dokumentieren (vgl. ArbSchG §6 (1) Satz 3). In der neuen Gesetzesfassung ist das geändert. Danach müssen auch Kleinbetriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern die Gefährdungsbeurteilungen dokumentieren. Damit wird für Kleinbetriebe eine Erleichterung gestrichen und eine Übergansfrist ist nicht vorgesehen.

Was bedeutet das für Kleinunternehmer mit weniger als 10 Mitarbeitern. Kleinunternehmer müssen Gefährdungsbeurteilungen durchführen und dokumentieren. Zusätzlich müssen die festgelegten Maßnahmen und die Ergebnisse dokumentiert werden. Die Unterlagen müssen Sie dann auf Verlangen der zuständigen Behörden vorgelegen können. Das kann digital oder auf Papier erfolgen. Die Kleinbetriebsklausel entfällt.

Das bedeutet, sobald Sie einen Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie die Gefahrdungsbeurteilungen dokumentieren, das gilt für alle Arten von Betrieben und Branchen.

Eine weitere Änderung ist, dass in den Gefährdungsbeurteilungen zwingend psychische Belastungen mit aufzunehmen sind.

Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilungen und der Umsetzung der Gesetzlichen Forderungen berate und unterstütze ich Sie.

Hallo Chef – Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist unbequem

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) schützt Mitarbeiter vor Gefährdungen bei der Arbeit, die anders nicht zu vermeiden sind. Zur PSA zählt man Schutzschuhe, Schutzhelme, Schutzbrillen, PSA gegen Absturz, Gehörschutz, etc.
Es kommt vor, dass Mitarbeiter die PSA nicht nutzen. Die Gründe sind vielfältig. Es kann sein, dass die PSA für die Tätigkeit nicht geeignet ist, oder es fehlt die Unterweisung, wie die PSA zu benutzen ist. Es kann aber such sein, dass den Mitarbeitern nicht bekannt ist, dass ein Tragen der PSA bei bestimmten Arbeiten vorgeschrieben ist. Daneben wird PSA von den Mitarbeitern auch abgelehnt, wenn sie ihren ästhetischen Ansprüchen nicht entspricht. Die Farbe, Form und das Design, aber auch der Tragekomfort haben einen großen Einfluss auf die Akzeptanz und die Nutzung der PSA. Je mehr die PSA den Wünschen, Vorstellungen und Ansprüchen der Mitarbeiter entspricht, um so eher wird sie auch benutzt. Reine Anweisungen durch den Arbeitgeber sind dem Arbeitsschutz in dem Fall nicht förderlich.
Die Art der PSA wird in einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt, wobei zu beachten ist, dass durch die PSA keine neuen Gefährdungen entstehen dürfen.
Es empfiehlt sich für Arbeitgeber, die die PSA stellen müssen, mehrere Varianten der geeigneten PSA zu beschaffen. Die Mitarbeiter können dann jeder individuell SEINE PSA aussuchen. Der Mitarbeiter hat ein Mitspracherecht dadurch und kann selber entscheiden, welchen Typ der PSA er möchte. So kann die Akzeptanz für die PSA erhöht werden. Jeder kann sich die aussuchen, welche seinem Tragekomfort, Design, Farbe, Form und Ästhetik entspricht.
Bei der Auswahl der geeigneten PSA ist es sinnvoll, Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und Ihren Betriebsarzt mit einzubinden. Die Spezialisten im Arbeitsschutz beraten Sie, welche PSA geeignet ist und was bei der Nutzung derselben zu beachten ist.

Ein Beispiel sind Sicherheitsschuhe. Sicherheitsschuhe gibt als „normale“ Schuhe, Stiefel, „hohe“ Schuhe, Turnschuhe oder für Führungskräfte im Design als elegante Lederhalbschuhe von italienischen Designern. Für jeden Geschmack ist ein Sicherheitsschuh zu bekommen.

Das Wichtigste ist, dass die PSA von den Mitarbeitern akzeptiert wird und das Unternehmer und Führungskräfte das Tragen der Persönlichen Schutzausrüstung auch vorleben.

Aufzüge in NRW vom Arbeitsschutz NRW geprüft

In NRW hat der Arbeitsschutz NRW eine Schwerpunktsaktion durchgeführt. Dabei sind Aufzugsanlagen auf ihre Sicherheit hin geprüft worden. Im Regierungsbezirk Arnsberg sind 150 Aufzug-Anlagen geprüft worden. In den Großstätten im Ruhrgebiet wie Bochum, Essen und Dortmund sind eine Vielzahl weiterer Anlagen geprüft worden. In ganz NRW sind es etwa 600 Anlagen gewesen. Es hat sich gezeigt, dass bei mehr als jedem zweiten älteren Aufzug, niemand auf das Notfallsignal z.B. eine Hupe im Treppenhaus, reagiert. Bei zwei Drittel der Aufzüge gibt es keinen Befreiungsplan oder eine Notfallübung.
Es kann daher passieren, dass der Alptraum mancher Aufzugbenutzer – im Ernstfall eingeschlossen zu sein und keine Hilfe kommt, nicht so abwegig ist.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (vom 06.08.2013)

http://www.mais.nrw.de/06_Service/001_Presse/001_Pressemitteilungen/pm_2013/008_August_2013/130806/index.php

Flucht- und Rettungswegzeichen müssen Sie NICHT austauschen

Nachdem immer wieder die Frage kommt: „Ich bekam einen Anruf von einem Händler für Flucht- und Brandschutzkennzeichnungen. Ich muss die Kennzeichnungen ändern, da es eine neue Arbeitsstättenrichtlinie ASR A1.3 gibt und die verlangt neue Kennzeichnungen.“ Das ist mit unter mit Kosten von mehreren hundert Euro verbunden, abhängig davon, wie viele Kennzeichnungen Sie im Einsatz haben.

Dabei handelt es sich wohl um Händler, die nur an Ihr Geld kommen wollen. Die ASR gibt zwar den Stand der Technik wieder, ist aber nicht rechtverbindlich. Als Arbeitgeber dürfen sie, auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung eine andere Lösung wählen. Wenn Ihre Gefährdungsbeurteilung feststellt, dass durch die „alten“ Kennzeichen keine Gefährdung für die Mitarbeiter ausgeht, dürfen Sie die Kennzeichnung beibehalten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sagt dazu als zuständiges Ministerium: „Wendet der Arbeitgeber die geänderten Sicherheitskennzeichen in bestehenden Arbeitsstätten nicht an, hat er mit einer Gefährdungsbeurteilung selbst zu ermitteln, ob die in der Arbeitsstätte verwendeten Sicherheitszeichen weiterhin angewendet werden können.“

Was bedeut das, Sie müssen keine Schilder austauschen noch Flucht- und Rettungspläne neu erstellen, wenn Ihre Gefährdungsbeurteilung aussagt, dass Sie die Sicherheitszeichen weiter verwenden können.

Sollten Sie einen Neubau oder einen größeren Umbau durchführen, empfiehlt es sich bereits die neuen Kennzeichnungen zu verwenden. Sie müssen Ihre Mitarbeiter entsprechend in den Schildern unterweisen.

www.keimel-ing.de