Legionellen – die unsichtbare Gefahr am Arbeitsplatz

Wie man den Nachrichten entnehmen kann, ist in Warstein in NRW eine Infektionswelle mit Legionellen aufgetreten. Dabei ist als eine der Ursachen eine Wasserverneblungsanlage eines Metallbearbeiters und eine Kläranlage in den Blickpunkt gerückt.

Wo lauert die Infektionsgefahr mit Legionellen?

Ein erhöhtes Risiko an Legionellen zu erkranken besteht an Arbeitsplätzen, bei denen es nicht sofort zu erwarten ist. Das ist auch im Sauerland der Fall. Es handelt sich um Bereiche wo Wasservernebler eingesetzt werden. Zu finden sind diese Vernebler z.B. in Zahnarztpraxen, Autowaschanlagen oder auch in Klimaanlagen. Aber auch alte Wasserleitungen in Gebäuden, in Wellness-Centern, Industriellen Wasseraufbereitungsanlagen oder in Papierfabriken sind Legionellen häufiger aufzufinden.

Als Arbeitgeber haben sie Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen, in denen geregelt ist ob und mit welcher Persönlichen Schutzausrüstung z.B. Nasskühltürme im Einsatz betreten werden dürfen.

Wie wirken Legionellen auf den Menschen?

Es gibt zumeist zwei verschiedene Ausprägungen.

1)     als Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen, die spontan abklingen und etwas 2- 12 Tage anhalten

2)     Legionellen-Pneumonie welche eine schwere Lungenentzündung hervorruft und die in bis zu 20% der Fälle tödlich verläuft

In Warstein in NRW ist die Legionellen- Infektion bereits bei zwei Menschen tödlich verlaufen, mehr als 160 Menschen sind erkrankt.

Die Infektion erfolgt über das Einatmen erregerhaltiger lungengängiger Aerosole.

Was muss ein Unternehmer beachten?

Unter anderen muss der Unternehmer die Trinkwasserverordnung beachten, nach der periodische Untersuchungen auf Legionellen in zentralen (Trinkwasser-) Erwärmungsanlagen vorzunehmen sind, wenn „Wasser für die Öffentlichkeit bereitgestellt“ wird. Neben der Trinkwassererwärmung sind auch zentrale Erwärmungsanlagen der Hausinstallation periodisch zu untersuchen.

Im besonderen trifft das auf Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kindergärten, Hotels, Ausbildungseinrichtungen, Sportstätten und Gemeinschaftsunterkünfte zu.

Bei Arbeiten in Bereichen die mit Legionellen infiziert sein können, sind in der Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen festzulegen. Da Legionellen zu luftgetragenen biologischen Arbeitsstoffen der Risikoklasse 2 gemäß Biostoffverordnung zählen, sollten bei Arbeiten, die einen Kontakt ermöglichen, Partikelfilter der Klassen P2 oder P3 eingesetzt werden.

Wie kann man sich gegen Legionellen schützen?

Zuerst einmal sollte das Wasser rein gehalten werden und Rohrleitungen regelmäßig gereinigt werden. Regelmäßig sollte eine Hitzeschockbehandlung erfolgen mit Temperaturen über 70°C und Wasserproben genommen und ausgewertet werden.

Bedenken Sie, dass der Ausfall eines Mitarbeiters Ihnen Kosten von etwa 400€ pro Tag erzeugt, die Kosten für geeignete Präventionsmaßnahmen amortisieren sich somit sehr schnell.

Autor:

Dipl.-Wirt.Ing.(FH) Thorsten Keimel

Sicherheitsingenieur

Prüfung von Betriebsmitteln – Leiter und Tritte

Müssen Leiter und Tritte regelmäßig sicherheitstechnisch geprüft werden?

Leitern und Tritte sind ein universales und altbekanntes Hilfsmittel, das in praktisch allen Arbeitsbereichen eingesetzt wird. Obwohl Leitern zumeist sehr einfach konstruiert sind, ist der Umgang mit ihr bei unsachgemäßer Verwendung mit erheblichen Gefahren verbunden. In extremen Fällen können Leiterunfälle sogar tödlich für den Mitarbeiter verlaufen.

Im Jahresbericht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung aus dem Jahr 2002 werden in der gewerblichen Wirtschaft über 31 000 Leiterunfälle gemeldet, wobei etwa jeder 12. Leiterunfall zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit geführt hat.

Ihre Mitarbeitern sind daher vor solchen Gesundheitsschäden zu schützen. Leitern und Tritte sind daher regelmäßig, mindestens jährlich durch eine befähigte Person im Rahmen einer Experteninspektion zu prüfen.

Die BGV D36 „Leitern und Tritte“ fordert in §29 eine wiederkehrende Prüfung von Leitern und Tritten. Die Betriebssicherheitsverordnung §10 verlangt die wiederkehrende Prüfung von Betriebsmitteln, zu denen auch Leiter und Tritte zählen.

Ja, Leiter und Tritte müssen regelmäßig und wiederkehrend durch eine befähigte Person geprüft werden.

Mittlerer Manager – ein Job der schwer ist

Manger in mittleren Führungsebenen haben oft einen schweren Job. Die Berufsgenossenschaft Handel und Warendisposition hat eine Studie der Cologne Business School veröffentlich, wo diese 516 Führungskräfte aus der mittleren Ebene aus deutschen Unternehmen aller Größe und Branche befragt hat. Häufig sind diese Manager überlastet, was in ihrer „Sandwich-Position“ begründet ist. Sie erhalten von beiden Seiten Druck und leiden an einer erheblichen Arbeitsbelastung. Daneben fehlen ihnen personelle Ressourcen, um ihre Arbeit auszuführen. Mehr als die Hälfte der Befragten Manager gaben als eine der größten Schwierigkeiten an, die Vorgaben der Unternehmensleitung umzusetzen. Das Gefühl einer Überforderung im Arbeitsalltag ist von der Mehrheit der Befragten angegeben worden.

Die Studie bestätigt, dass der psychische Druck in Unternehmen sehr hoch ist, wodurch sich langfristig Beeinträchtigungen der Gesundheit ergeben können. Hier sind die Unternehmer gefragt, Prävention zu betreiben.

Quelle: BGHW